Die Sommer der letzten Jahre haben gezeigt: Was vor 20 Jahren eine Ausnahme war (zwei Wochen am Stück über 30 Grad), ist heute der Normalfall. Für Rasenflächen ist das eine Belastungsprobe. Wer die folgenden fünf Punkte beachtet, hat selbst im August eine grüne Fläche.
1. Schnitthöhe hochsetzen
Der häufigste Fehler: zu kurzer Schnitt bei großer Hitze. Kurz geschnittenes Gras vertrocknet wesentlich schneller – die Sonne brennt direkt auf den Boden, und die kleinen Halme können nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit speichern.
Empfehlung: Im Sommer mindestens 6–8 cm Schnitthöhe lassen. Im Hochsommer (Juli/August) ruhig bis 10 cm gehen. Die Fläche sieht zwar etwas „wilder" aus, ist aber deutlich widerstandsfähiger.
2. Seltener mähen, aber regelmäßig
Statt jede Woche zu mähen, lieber alle 10–14 Tage. Bei jedem Schnitt entfernen Sie nie mehr als ein Drittel der Halmhöhe. Häufiges Mähen stresst die Pflanzen und beschleunigt das Austrocknen.
3. Richtig wässern – wenn, dann gründlich
Falsch ist: jeden Abend kurz mit dem Gartenschlauch drüber. Das fördert nur oberflächliches Wurzelwachstum – bei der nächsten Hitzewelle bricht der Rasen zusammen.
Richtig: 1–2× pro Woche gründlich wässern (15–25 Liter pro m²), idealerweise früh morgens. Das Wasser dringt tief ein, die Wurzeln wachsen nach unten und der Rasen wird hitzeresistenter.
Wasserrechtliche Hinweise
In Brandenburg gelten in trockenen Jahren regelmäßig Bewässerungsverbote aus Oberflächengewässern. Aus dem Hahn ist das Bewässern erlaubt, aber teuer. Eine Regenwasser-Zisterne lohnt sich langfristig.
4. Vertikutieren – aber bitte im Frühjahr, nicht im Sommer
Vertikutieren öffnet die Grasnarbe und beseitigt Moos und Filz. Im Sommer ist das aber Stress pur für den Rasen – die freigelegten Flächen vertrocknen sofort.
Empfehlung: Vertikutieren immer im April/Mai oder im September. Im Sommer höchstens punktuell auf besonders dichten Stellen.
5. Düngen mit Verstand
Stickstoffbetonte Dünger im Hochsommer sind kontraproduktiv – sie regen das Wachstum an, das die Pflanze in der Hitze gar nicht leisten kann. Die Folge: gelbe, gestresste Flächen.
Stattdessen: Im Hochsommer einen kalibetonten Dünger ausbringen (z. B. „Sommerdünger") oder gar nicht düngen. Die nächste richtige Düngegabe folgt im September.
Was tun, wenn der Rasen schon braun ist?
Keine Panik – das Gras ist meist nicht tot, nur in „Sommerruhe". Sobald der Regen wiederkommt und es kühler wird, ergrünt die Fläche meist von selbst. Wenn nicht (Lücken oder Kahlstellen), im September:
- Boden lockern
- Nachsäen mit trockenheitsverträglicher Mischung
- Leicht andrücken und 14 Tage feucht halten
Langfristig: Die richtige Rasensorte wählen
Wer eine Rasenfläche neu anlegt, sollte gleich auf trockenheitsverträgliche Mischungen setzen. Schafschwingel, Hartschwingel und tiefwurzelnde Sorten kommen mit Hitze deutlich besser klar als reine Zuchtarten. Wir beraten dazu im Vor-Ort-Termin.
Fazit
Höher schneiden, seltener aber gründlicher wässern, im Sommer nicht vertikutieren, mit Kali statt Stickstoff düngen, und im Notfall im September nachsäen – das sind die fünf Eckpfeiler einer hitzefesten Rasenpflege. Wer es nicht selbst machen will: wir kommen.